15. September 2007
Was tut Dein Windows in der Nacht? - es ist schlimmer als gedacht.
Diese Meldung paßt schön in meine Betriebssystems-Reihe, die heute oder morgen verspätet mit dem Linux-Artikel fortgesetzt wird.
Daß Windows schnüffelt, ist bekannt. Daß man die "automatischen Updates" besser im Auge behält, am besten sie ganz ausschaltet und nur manuell im Einzelfall Updates zuläßt, ebenfalls.
Nicht so bekannt war bisher, daß sich Microsoft einen Scheiß darum kümmert, ob man ihnen verbietet, Updates zu machen - denn eine "spezielle" Sorte Patches führt es einfach so durch. Nachts. Und heimlich. Scheint sowohl Windows XP SP2 zu betreffen, als auch Vista (das ja ohnehin in Sachen Fernzugriff und Geschnüffel indiskutabel ist).
Es ist - im Gegensatz zu den offiziellen Patches und Updates - auch nirgendwo dokumentiert, worum es bei diesen ungefragten Patches geht und was Microsoft da ungebetenerweise alles auf den PeeZees seiner Kunden installiert.
Ich habe die Sache noch nicht tiefer nachrecherchiert und bin gespannt, was sich da noch herausstellt. Und was Microsoft, das "Heimatschutz"-Ministerium und ein paar andere dazu sagen werden.
Der Heimat-Rechner-Schutz-Experte Dr. Paranoia jedenfalls empfiehlt: "Finger wech von Windows. Das ist nur noch was für Spiele. KEINE sensiblen Daten unter Windows verarbeiten. Und wenn, dann den Rechner nicht ins Netz lassen."
Hier geht es zum (englischsprachigen) Artikel von Steven J. Vaughan-Nichols, einem renommierten eWeek-Journalisten, wo es auch weiterführende Links und Infos zu diesen Merkwürdigkeiten gibt:

4 Kommentare on Was tut Dein Windows in der Nacht? - es ist schlimmer als gedacht. »
15. September 2007
CountZero @ 7:17 pm:
ein paar belegbare fakten und beweise (etwa screenshots, registry-auszüge und dergleichen) täten deinem post gut, um wenigstens einen hauch glaubwürsigkeit zu erregen.
sorry, aber so, wie das da derzeit steht, ohne jedweden beleg, ist das einfach nur einer der vielen so angesagten microsoft-bashing-artikel…
versteh mich bitte nicht falsch, ich bin auch kein freund von microsoft, und vista wird nie das licht irgendeiner festplatte eines rechners von mir sehen…
nur habe ich ganz gerne unwiderlegbare fakten, wenn ich mich auf solches glatteis begebe.
Martin @ 7:29 pm:
Berechtigter Einwand - ich hätte vielleicht NOCH deutlicher dazuschreiben sollen, daß die gewünschten Fakten und Beweise und weiterführenden Infos in dem verlinkten eWeek-Artikel und diversen dort verlinkten weiteren Artikeln zu finden sind.
Ich habe gerade weder Zeit noch Muße, mich tiefer in die Sache reinzuhängen, kenne aber die Quelle als so glaubwürdig, daß ich auf diese Story hinweisen wollte.
Und es sind ein paar Leute und relevante Websites resp. deren Betreiber an dem Thema dran.
16. September 2007
CountZero @ 6:17 pm:
ich habe die zwischenzeit genutzt und ebenfalls noch etwas weiter recherchiert.
beispielsweise findet sich inzwischen auf computerbase.de ebenfalls ein artikel dazu, der allerdings auch gleich die offizielle stellungnahme von microsoft zu dem vorgang ebenfalls berücksichtigt.
und was da letztendlich aktualisiert wurde ist nichts anderes als windows update selbst, sonst nichts - ersichtlich anhand der DLLs, die da aktualisiert wurden. die begründung seitens microsoft mag man als fadenscheinig ansehen, aber zumindest die behauptung, daß die updates sich installiert hätten, obwohl automatische updates komplett deaktiviert wären, ist aus offensichtlichen gründen nicht haltbar.
Martin @ 6:40 pm:
Es geht nicht so sehr darum, WAS da aktualisiert wurde, sondern DASS.
Die Artikel auf windowssecrets.com oder microsoft-watch.com reichen für meinen Geschmack als Beleg, daß hier ungefragt Dateien verändert werden.
Ob es diesmal nur die eigenen Files von Windows Update waren oder ob sie einen Schreibfehler in ihrer EULA korrigiert haben, juckt mich nicht: wenn ich meinem Rechner sage, er soll sich nicht updaten, dann hat er das auch nicht zu tun. Punkt.
Nach den o.a. Artikel ist es übrigens sehr wohl so, daß TROTZ deaktivierter automatischer Updates zugegriffen wurde - es ist nicht vom Benutzer zu verlangen, daß er jede DLL und jeden "Service" von Hand deaktiviert und killt oder XP Antispy verwendet.
Und mit Verlaub: ich traue eher windowssecrets.com als einem Unternehmenssprecher von MS… daher gibt es in meinen Augen keine "offensichtlichen Gründe" wieder zur Tagesordnung überzugehen, weil MS abgewiegelt hat.
Dagegen gibt es sehr gute Gründe, seine Windows-Kisten, so man denn noch welche hat, an die SEHR kurze Leine zu legen und im Auge zu behalten…
Das war schon immer so, ist es aber nach dieser Story und in Zusammenhang mit dem allgegenwärtigen Überwachungswahn noch mehr.