7. September 2007

Deutsche Software-Pussies knicken vor Überwachungs-Wahn ein.

Wußte ich’s doch. Sobald der Gesetzgeber ein wenig mit Hackerparagraphen und Bundestrojanern wedelt, knicken die heldenhaften toitschen Security-Dienstleister, Antivirus-Entwickler und Verschlüsselungsfuzzis ein.

Ich empfehle ja schon länger, gerade im Security-Bereich ausschließlich OpenSource-Anwendungen einzusetzen. Oder zumindest Produkte aus möglichst weit entfernten Ländern… Das war bisher eine eher gefühlsmäßige Entscheidung, gestützt durch die Erfahrung, daß z.B. deutsche Antivirus-Programme einen im Frühjahr 2007 erstmalig aufgetretenen Backdoor-Virus nicht erkennen wollten, auch Wochen, nachdem AVG und diverse andere Programme ihn erkannten und killten…

Mit der gerade veröffentlichten “Selbstverpflichtung” der in der “IT-Security made in Germany” (ITSMIG) organisierten Unternehmen haben sich die Herrschaften endgültig disqualifiziert. Denn das ist klassischer Mindfuck und Neusprech und Schizophrenie pur.

Vordergründig wird herumschwadroniert, daß man nur gaaaanz sichere und bestimmt hintertürenfreie Software liefern will - und dann entwertet man das Ganze elegant und dient sich bereitwillig der Schäubliktatur an:

6. Wir weisen darauf hin, dass es uns aus Gründen der Befolgung von Rechtsvorschriften, gerichtlichen Entscheidungen oder Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden vorgegeben sein kann, Mechanismen für eine vollständige oder teilweise Aushändigung von Kommunikationsinhalten, Kryptoschlüsseln oder Zugangskennungen an die örtlichen Strafverfolgungsbehörden zu realisieren. Wir verpflichten uns, in solchen Fällen den Kunden hiervon in Kenntnis zu setzen, soweit dies gesetzlich zulässig ist.

Will im Klartext heißen: wir würden ja gerne, aber wir dürfen nicht mehr. Und wir haben keine Lust, auf die Bahamas auszuwandern oder sonstwohin, wo man noch frei Software entwickeln darf, die das Label “Security Software” verdienen würde. Deshalb machen wir im Ernstfall jede Schweinerei, die der Gesetzgeber uns aufdrückt.

Man wird künftig also mit Umsatzeinbrüchen zu rechnen haben bei Ultimaco, Avira, und den sonstigen sauberen Herrschaften - denn wenn man mit gesetzlich vorgeschriebenen Hintertüren rechnen muß oder damit, daß mit dem nächsten Update der Antivirus-Software der Bundestrojaner gleich mitinstalliert wird - nein Danke. Auch im Ausland wird sich blitzartig herumsprechen, was es mit “Security Software Made in Germany” auf sich hat.

Man merke sich dieses Logo:

Garantiert mit Backdoor...

Und meide es, wenn einem seine Privatsphäre lieb ist.

Tja Jungs. Entweder ihr macht Security-Software - oder Ihr seid rückgratlose Staatsdiener. Entscheidet euch.

Mehr zu dem Thema bei Kai im Rabenhorst, der diese Dinge wie immer gründlich verfolgt.

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