12. Dezember 2006
Kanotix, Sidux und Linux-Distributionen überhaupt…
Einige haben es vielleicht schon mitbekommen:
Bei Kanotix, der auf Debian basierenden Live-CD, die durch genial gute Hardwareerkennung, saubere HD-Installation und noch manches mehr glänzte, gibt es Veränderungen. Es gab ja schon eine halbe Ewigkeit kein “final”-Release mehr, und so mancher wunderte sich langsam. Kano, der Chefentwickler, will mit dem Projekt neue Wege gehen, was ihm nicht zu verdenken ist. Und ein beachtlicher Teil des bisherigen Teams hat daraufhin sich ausgeklinkt und kurzerhand ein neues Projekt auf die Beine gestellt, genannt “Sidux” (nach dem “unstable”-Zweig von Debian, “sid”). Dort wird wohl die bisherige Kanotix-Tradition fortgeführt.
Ich behalte beide im Auge… ;-) - bis auf weiteres biete ich allerdings keine Kanotix-Installationen mehr an, da mir nicht sicher erscheint, wie lange die Distribution in der jetzigen Form weiter gepflegt wird.
Aus diesem Anlaß ein paar generelle Anmerkungen zu Linux-Distributionen, meinen Vorlieben, und den daraus resultierenden Angeboten im Shop.
Ja, es gibt Linux-Distributionen wie Sand am Meer. Und ich finde das gut - auch wenn immer mal wieder wild über die “Zersplitterung” debattiert wird.
Wenn ich eine alte Gurke von Grauselrechner als sichere und sauschnell arbeitende Surfstation herrichten will, nehme ich DamnSmallLinux - genial auf alter Hardware, und die ganze Distribution ist rund 50 MB groß…
Oder Zenwalk-Linux, etwas größer, XFCE als Oberfläche, sehr nett gemacht und ziemlich flink.
Will ich eine normale Arbeitsstation für Menschen einrichten, die einfach die nächsten Jahre mit dem Ding ARBEITEN wollen, kommt eine der beiden “großen” Distributionen zum Einsatz: Fedora Core (sprich der Sprößling von Redhat) oder SuSe Linux.
Wobei ich letzteres immer weniger gern installiere und selbst auch nicht verwende - es wird wirklich immer überladener und Windows-ähnlicher, und außerdem finde ich das Geschäftsgebaren von Novell, die sich ja SuSe unter den Nagel gerissen haben, und deren unwürdiges Patent-Herumgekuschel mit Micro$oft unsympathisch.
Für “spezielle Aufgaben”, z.B. Security-Audits, kommt Backtrack resp. Auditor zum Einsatz.
Und wenn irgendwas anderes ansteht, gibt es garantiert eine dafür spezialisierte Distri, meist auch noch von CD lauffähig.
Und manche Distributionen kann ich aus dem einen oder anderen Grund einfach nicht ausstehen und verwende sie daher auch nicht, z.B. Ubuntu oder Gentoo, obwohl sie sicher ihre Stärken und Berechtigungen haben.
Persönlich fahre ich auf meinem Arbeitsnotebook (HP nx6125) Fedora Core 6 - stabil, weniger Ballast als SuSe, trotzdem fett und komfortabel. Gnome als Desktop. Parallel habe ich immer zwei oder drei andere zum Testen installiert, aber Fedora ist das Arbeitssystem.
Und das empfehle ich auch meinen Kunden. Die zu erwartende Lebensdauer dieser Distribution ist durch ihren Verbreitungsgrad und die Verbandelung mit Redhat höher als bei kleinen Distris, es gibt klare Releasepläne und Updateintervalle, und sie bietet die beste Balance zwischen schnell und komfortabel, stabil und möglichst aktuell.
Dazu ist sie in der Basisinstallation frei von jeglichem proprietären Mist, was ebenfalls sympathisch ist, auch wenn sich die meisten dann doch wieder die MP3-Unterstützung nachinstallieren, obwohl Ogg schlicht und ergreifend besser ist…
Na gut, lassen wir das… ;-)
Es wird jedenfalls nie langweilig in der Linux-Welt, und das Zeug funktioniert trotz oder wegen der bunten Vielfalt besser und stabiler als jenes System, das ich auf eine separate Festplatte verbannt habe, wo es nun ein aufs Zocken (momentan “Medieval II”) begrenztes Dasein fristet…

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