So, – nach Umbau und diversen anderen Ablenkungen und Verhinderungen gibt es diesmal wieder aktuelle Linux-News, handlich für Euch zusammengefaßt.

Diese Woche unter anderem zu vermelden: Novell wächst in Nürnberg, AVM eiert immer noch herum bei seinen Linuxtreibern, Neo hat endlich ein OpenMoko-Phone, Linux bekommt unerwarteten göttlichen Zuspruch von US-Reverend, wir hacken Ikea-Möbel, Mark Shuttleworth macht sich Gedanken um Second Life, und allerlei mehr…

Heute mal OHNE Distributions-News, (na gut, weisen wir wenigstens kurz auf DamnSmallLinux 3.4 und Jacklabs Beta 2 hin…), denn sonst müßte ich über das Release von elive schreiben, über das grad alle abspritzen, und dazu habe ich keine Lust. ;-)
Mag ich nämlich nicht, diese e-Olive.

Dafür gibts eine ganze Latte anderer Neuigkeiten.

Dell baut Linux-Serie aus – in USA

Dell scheint zufrieden mit den vor kurzem gestarteten Verkäufen seiner Linux-basierten Rechner in den USA zu sein. Die Palette soll ausgebaut und um Notebooks und weitere Desktop-Modelle erweitert werden. Kunden außerhalb der USA müssen aber noch warten, wie gewöhnlich.

Es sei denn, sie kaufen nicht bei Dell, sondern bei mir… da gibts dann auch anständige Linux-Distributionen vorinstalliert… *hust*.
Stichwort:

Mark’s got a Second Life

ubuntuZumindest macht sich der Ubuntu-Gründer und Mega-Sponsor in seinem Blog Gedanken darüber. Über Second Life. Und das Leben. Und die "FLOSS"-Insel dort, die OpenSource und freier Software gewidmet ist. floss bei secondlife

Und ob nicht mal jemand einen Ubuntu-Client für diese hochgehypte Spielewelt fabrizieren möchte?

Tja, Marketing is Marketing, wo auch immer man es anbringen kann.

Und nicht daß irgendjemand angesichts der Ubuntu-PYRAMIDE auf irgendwelche "23"-Gedanken kommt… ;-)

 

Neo’s got a Phone.

fic neo 1973openmoko logo… und es ist KEIN "iPhone" (bäh, Äppel-Designi-Schleimi). Sondern ein Neo 1973 von OpenMoko. Wieso "Neo"?! Na hör mal, "NEO", na, klingelts? "Folge dem weißen Kaninchen…" – genau, Matrix und so… Und wieso "1973"?! Weil da offiziell von Marty Cooper das erste "Mobiltelephon" erfunden wurde. Und nun wurde es neu erfunden.

Sagt jedenfalls OpenMoko, die Entwicklerschmiede, mittlerweile ein weitgehend eigenständiges Unternehmen innerhalb des taiwanesischen Herstellers FIC.

In gewisser Weise haben sie sogar Recht – denn es handelt sich um die erste OpenSource-Variante eines Handys. Das macht nicht bei der Software halt, sondern im Package ist sogar symbolisch das Werkzeug für das physische Zerlegen des Mobiltelephons mit drin – sehr löblich.

openmokokitDas optionale Entwicklerkit – geliefert im schicken schwarzen Koffer – beinhaltet dazu noch Programmiertools und ein entsprechendes Debugger-Board. Generell verfügen die "Neo"-Modelle über USB und Bluetooth und einen 2,8"-Touchscreen mit VGA-Auflösung, einen sinnvoll konzipierten Stylus, Micro-SD-Kartenleser (512 MB Karte wird mitgeliefert), Headphones, und vieles sonst, was ein normales Telephon nicht braucht, was aber durchaus cool ist und den PDA mitsamt MP3-Player ersetzen soll.

Die Vorverkaufs-Pakete sind einstweilen nur direkt bei OpenMoko erhältlich – die für Endkunden gedachte Variante ist für Ende des Jahres angekündigt, wird etwas teurer, dafür aber auch WLAN beinhalten, 256MB Flashspeicher haben und über einen Graphikbeschleuniger verfügen (meine Fresse… ob der zum Battlefield-Zocken reichen wird…??), – und wird dann wohl auch über breitere Vertriebskanäle erhältlich sein.

Falls jemand gerade 300 Dollar (für die normale Vorab-Version des FIC Neo1973) oder auch 450 für das Entwicklerkit übrig hat – ich wäre sehr interessiert ;-)

 

Der arme Gates

microsoft toilettenpapier klorolleWir haben Mitleid mit der liebsten Haßprojektionsfigur aller aufrechten Linuxer, Menschen und OpenSource-Frickler. Nach aktuellen Berichten ist Billyboy Gates nicht mehr der reichste Mann der Welt. Ein ähnlich fragwürdiger Telekommunikations-Magnat aus Mexiko, Carlos Slim Helu, hat ihn überrundet. Das Vermögen des neuen "Tabellenführers" liegt bei geschätzten 67,8 Milliarden Dollar – womit er und seine Familie übrigens sozialverträgliche 8% des gesamten jährlichen Bruttosozialprodukts des nicht gerade reichen Landes als Vermögen besitzen, aber das nur am Rande, Thema "Heuschrecken" und so.

Unser Mitleid mit Bill hält sich aber in sehr engen Grenzen. Denn zum Einen beläuft sich sein offizielles Vermögen immer noch auf komfortable 59,2 Milliarden Dollar, zum anderen hat er letztes Jahr auf die Frage, ob es schlimm wäre wenn er nicht mehr der reichste Mann der Welt wäre, geantwortet:

"I wish I wasn’t. There’s nothing good that comes out of that"

Sehr wahr. Und anscheinend bekommt Bill immer das, was er will. Sogar den "sozialen Abstieg"…

 

US-Prediger und Aktivist Al Sharpton macht sich für Linux stark

revalsparptonDer umstrittene Bürgerrechtler, Ex-Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur (2004) und Baptistenprediger Rev Al Sharpton hat angekündigt, für Linux ins Feld ziehen zu wollen.

Mehr Linux und v.a. eine bessere Linux-Unterstützung seitens der Hardware-Hersteller seien dringend notwendig, um das Problem der "digital divide" in den USA und anderswo zu lösen.

"Corporate America has to learn that it needs to support everyone in America, and not just those who can afford to spend $400 on Microsoft Office. By supporting free software, we can keep hope alive in America", so der Prediger.

Nach inoffiziellen Angaben eines seiner Sprecher will der streitbare Rev seine recht weit verzweigten Lobbyisten-Kontakte einsetzen, um auf Hardware-Hersteller Druck auszuüben, damit sie endlich anständige Linux-Treiber entwickeln und zur Verfügung stellen (hat ihm schon jemand die Telephonnummer von AVM gegeben? siehe unten).

Dazu kämen aber mit Sicherheit auch öffentliche Proteste, die Al Sharpton mit seiner zahlreichen Anhängerschaft nicht das erste Mal inszeniert. So müsse z.B. Logitech, das hartnäckig die OpenSource-Welt ignoriert, mit größeren Gottesdiensten nebst Choreinsatz vor der Konzernzentrale rechnen…

Na, hier und da sind selbst pfäffische Hilfstruppen willkommen!
Immer druff, Al!

 

Novell: Nürnberger Entwicklungsstandort wächst

suseNovell fühlt sich in Nürnberg wohl – nach Rainer Downar hat die Stadt einen guten Ruf in der Linux-Branche und ziehe viele der weltweit besten Entwickler an. Nun, *hüstel*, wir verstehen das nicht ganz. Aber wir sind auch keine weltbesten Entwickler. Und wollen auch nicht für Novell arbeiten. Novell baut jedenfalls seinen von SUSE übernommenen Nürnberger Standort weiter aus, an dem ein großer Teil der häuslichen Open-Source-Entwicklung stattfindet.

Neu in Nürnberg ansässig sind z.B. Ralf Flaxa (Vizepräsident für Forschung und Entwicklung der offenen Plattformen) und Nat Friedman, der einst Ximian gründete, das 2003 von Novell übernommen wurde.

Ob das alles der stetig sinkenden Beliebtheit von Micro$oft-Kuschel-SuSie hilft?

Denn Kuscheln mit Microsoft endet immer gleich:

linuxverbrennung
(mehr davon? gibts bei
John Klossner)

 

AVM: Linux-Treiber für FRTITZ!WLAN USB Stick – halbherzig wie immer.

Nein, keine Sorge, der Hersteller sehr ambivalenter, aber dennoch sehr verbreiteter ISDN-, DSL-, und Netzwerkhardware, AVM, ist nicht ins OpenSource-Lager gewechselt… Teile des neuen Treibers werden wie üblich binär ausgeliefert, die Quellen bleiben unter Verschluß. Immerhin – ein paar Sourcen werden mitgeliefert, um verschiedene Kernel zu unterstützen.

Aber das Release ist auf SuSe 10.2 ausgerichtet – über die angebliche Distributionsunabhängigkeit hört man bislang nicht viel Gutes. So soll z.B. mit Kernel 2.6.22 GAR nichts gehen…

Es gibt schon länger eine Art "Tauziehen" zwischen AVM und dem Linux-Lager – und da das Unternehmen seine Praxis fortsetzt, sämtliche Treiber als Kernel-Module in teilbinärer Form zu liefern, wird es nicht unbedingt Sympathien wieder aufbauen, die es mit der uneinsichtigen Aussage von Beginn letzten Jahres (sinngemäß: "wenn die Kernel-Entwickler binäre Module unmöglich machen, dann entwickeln wir halt GAR keine Treiber mehr…") bereits verscherzt hatten.

Wir sehen dem Treiben schmunzelnd zu und setzen andere Produkte ein, die wirklich mit Linux funktionieren und nicht so herumzicken.

 

IkeaHacker: Hacking mal anders…

Der IkeaHacker (englisch) hat öfter lustige Ideen, was man aus den oft grenzwertigen, aber günstigen Produkten der Elchfirma Sinnvolles zurechtfrickeln kann, ganz im OpenSource- und Hacker-Geist.

Jetzt hat er sich des Themas "Laptop-Ständer/Tischchen" angenommen, denn bekanntlich werden Notebooks auf dem Schoß oft unangenehm warm, was weder den Notebooks noch den darunter befindlichen Körperteilen gut tut. Abhilfe war zumeist unbefriedigend und teuer. Bis jetzt. Nachahmenswert.

laptoptischteuer

Überteuerten Designerquatsch aus dem Handel? Oder Billigschrott, der nach dem zweiten Ausklappen zusammenkracht? Nöö.

Man nehme einen 19$-Hocker und…

laptoptischguenstig

…eine Säge. OK, bissl Schleifpapier vielleicht auch noch, kratzt sonst. Und schon hat man einen voll funktionalen Laptop-Ständer. Und a Rua is. Jedenfalls bei bairischen Ikea-Hackern.

Mehr von seinen Ideen dazu hier, es gab noch einige hübsche Modell, u.a. aus einem edlen Küchenrollenhalter. Wer des Englischen wenig mächtig ist, wird dennoch aus den Bildern schlau werden.

…und damit wünsche ich frohes Basteln und verabschiede mich bis zu den nächsten Linux-News (und dem, was es zwischenrein noch so mitzuteilen gibt…)

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