6. August 2007

Evolution: Windows -> Linux -> OS X

Tja, so kann es gehen. Ich behandele das Thema "Betriebssystem" ja weitgehend unideologisch. Für ein paar Dinge nutze ich sogar Windows. *lach* Und ich werde auch Linux nicht ganz untreu werden. ABER.

Vor ein paar Tagen hatte ich das, was man in einem anderen Zusammenhang wohl ein Initiationserlebnis nennen würde. Gründlich. Es hat mich geradezu weggebeamt.

Saulus. Das Licht. Paulus.

Und nun bin ich in der Sekte. Beigetreten.

DER Sekte. Die Appleianer. Denn ich verwende nun Mac OS X, den Tiger. Allerdings nicht auf einem Mac. Hmmm???

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Yep, das geht. Nicht ganz reibungslos, auch die rechtliche Situation ist umstritten (zumindest wenn man eine gültige und nicht anderweitig genutzte OS X Lizenz besitzt - wenn man keine besitzt, ist das ganz unumstritten illegal…), aber wen interessiert das schon…

Denn wenn man erst einmal ein paar Tage auf der OS X Oberfläche gearbeitet hat, sieht man das Licht. Das LICHT. Jaaaaa, ich sehe es jetzt auch…

Die Dinge funktionieren. Die Programme sind durchdacht (jedenfalls durchdachtER). Alles sieht unauffällig gut aus. Ich meine einfach gut, nicht krampfhaft "doll" wie bei Windoze Vixta, das ganze System ist einfach angenehm anzusehen und entlockt einem immer wieder ein zufriedenes Schmunzeln.

Alles ist mit allem verbunden, kommuniziert, kooperiert. So muß Computern sein.

Und unter der genialen glatten Oberfläche tickt ein unixoides BSD-Derivat, mit Kommandozeile und allem, was man als NuxNixer gern hat. Alle Macht den Kernel-Hackern. Nur braucht man es hier so gut wie nie…

Aber zurück zum Anfang.

Ich wollte eigentlich nur schreiben.

Und fand kein Programm, was meinen Vorstellungen von Materialsammlung, Recherche, Entwürfe lose zusammenwerfen, Schnipsel verwalten, dann Buch zusammensetzen bis zum Export ins Layout-System gerecht wurde.

Am ehesten noch Liquid Story Binder XE - aber das ist irgendwie wirr in der Struktur (jedenfalls für meine Art zu Denken) und hat mir eine zu steile Lernkurve.

Ich bin gerade an einem Punkt, wo ich ein effizient und intuitiv zu benutzendes System brauche und will, keine störanfällige Windows-Gurke, und auch kein Linux, wo zwar jede Menge wunderbarer Applikationen in der Entwicklung sind, aber für meine speziellen Bedürfnisse nichts wirklich Brauchbares und mir Gemäßes existiert. Und ich will auch keine Programme, wo ich erst drei Stunden Tutorialvideos gucken muß, bevor ich mein erstes Dokument starten kann…

Und dann fand ich im Netz Scrivener und Journler. Las mir die Featurelisten durch, beäugte die Screenshots - und dachte mir: *FOCK* - warum hast Du keinen Mac…???

Neues Computer-Equipment ist in meinem nicht vorhandenen Budget gerade GAR nicht drin, und schon gar kein MacBook Pro…. *schnüff*

Ich erinnerte mich vage, mal mit einem Mac-Emulator für Windows herumgespielt zu haben - nachrecherchiert, ah, PEAR und so… funktioniert aber nicht ordentlich. Und ganz nebenbei purzelte ich über das OSx86-Projekt, resp. seine diversen Ableger… die Idee dahinter: Apple will, daß sein System nur auf seiner Hardware läuft. Das hat Vorteile (es funktioniert meist alles), das hat Nachteile (teuer, man ist gebunden, beschränkte Auswahl). Seit Apple Intel-basierte Systeme einsetzt, war es nur eine Frage der Zeit, wann ein paar findige Köpfe MacOS überreden würden, auf "normalen" PCs und Notebooks zu funktionieren.

Ich lud mir ein paar Varianten herunter, machte Probeinstallationen - und war platt. OK - Teile der Hardware auf meinem (nun schon wieder fast "betagt" zu nennenden) HP nx6125 werden schlicht nicht unterstützt, beziehungsweise nur mit höchst Linux-mäßigem Gefrickel. Ist halt kein Mac, und OS X wurde nie dafür entwickelt, auf anderen Rechnern zu laufen.

So wird meine Graphikkarte nur ohne ernstzunehmende Hardware-Beschleunigung ("Quartz Extreme" und "Core Image" heißt sowas beim Mac) verwendet, was mich einstweilen von 3D-orientierten und oberflächenmäßig besonders verspielten Anwendungen ausschließt. Die interne Netzwerkkarte (Broadcom NeXtreme Gigabit) möchte gerne nach jedem Booten von Hand eine MAC-Adresse zugewiesen bekommen. Auch der interne Kartenleser und der PCMCIA-Schacht streiken (noch). Und wenn mein Prozessor (Turion 64 ML-34) runtertaktet, läuft die Uhr langsamer.

Na und? Unter Windows oder Linux würde mich das jetzt in den Wahnsinn und in nächtelange Kompilier- und Rumprobierorgien stürzen.

Aber hier? Es funktioniert doch, was funktionieren soll und muß.

Es läuft sogar stabil und schnell. Und vieles, wovon ich bei anderen Systemen nur träumen kann, funktioniert hier auf Anhieb und ohne jedes Gezeter. Kleines Beispiel: OS X mit Hatchery (ein geniales Backup/Cloning-Tool) im laufenden Betrieb auf eine externe USB-Platte duplizieren. Platte an einem anderen, halbwegs kompatiblen Rechner anstöpseln - booten - weiterarbeiten. Kein Gezeter, kein Gewinsel, keine Partitionsanpassungen im Bootmanager, keine Kernelpanic, weil Partitionen plötzlich anders heißen. Das absolut gleiche System bootet von externer oder interner Platte. Keine Notwendigkeit, erst mit TrueImage oder Clonezilla drei Stunden die Festplatte zurückzusichern, bevor man weiterwerkeln kann. Das Backup IST das Betriebssystem, nebst aller Daten und Anwendungen. Bootfähig. Das nur als ein kleines Exempel auf der Systemfricklerebene (ich kanns halt nicht lassen…)

Ich habe jedenfalls das schönste, stabilste System und die besten Anwendungen, die ich je hatte.

Obwohl meine erste Begegnung mit OS X keine Woche zurückliegt, hat sich meine Produktivität um mindestens ein Viertel, eher mehr, erhöht.

Ich werde es nutzen und damit ARBEITEN und SCHREIBEN und KREATIV SEIN - statt mich mit Systemspielchen beschäftigen zu müssen.

Und das wird dazu führen, daß es in absehbarer Zeit bei mir einen richtigen Mac gibt. ;-)

Mehr zum Umstieg, einen Grundsatzartikel zum Vergleich Windows vs. Linux vs. Mac, und diverse Programmtips in loser Folge folgend… ;-)

Sayonara und Namaste.

 

 

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1 Kommentar on Evolution: Windows -> Linux -> OS X »

9. August 2007

happy-buddha @ 3:39 pm:

moin mit einem mac kannst du nicht viel falsch machen..;) lg bud

 

Anmerkung MH: hehe bud, - doch… Geld ausgeben, daß ich nicht habe… *gacker*, aber mein HP Pseudo-MacBook ist mir einstweilen bereits eine große Freude! :)

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