2. Oktober 2007
Stopped thinking different… ?
Das iPhone, über das ich mich ja schon ein paarmal ausgelassen habe, war/ist ein ein typisches Apple-“First Generation”-Produkt. Genial, stylisch, aber durchaus verbesserungswürdig in Funktionalität und Software-Ausstattung…
Heerscharen von Entwicklern und “Hackern” sprangen sofort in die Bresche. Nicht nur, um das iPhone aus seiner fragwürdigen Fesselung an einen exklusiven Mobilfunk-Provider zu befreien, sondern vor allem, um es um schmerzlich vermißte und teilweise von Apple bewußt “kastrierte” Funktionen und Programme zu erweitern.
Apple, vor langer Zeit mit einem gewissen Rebellen-Image versehen und selbst von einem Blueboxing- und Telefonhacker gegründet, zeigte mit dem letzten Firmware-Update und verschiedenen Statements, was es davon hält. Die Funktionen wurden weggebügelt, zahlreiche iPhones wertlos gemacht, und die klare Ansage lautet: wer am iPhone rumfummelt und es verbessert, ist unser Feind.
Tja, Apple: jetzt müßt Ihr damit leben, daß selbst Eure Ex-Marketing-Leute den Kopf schütteln, und man Euch Eure alten Werbespots leicht verändert um die Ohren haut…
Link: www.youtube.com
Leider ein generelles Problem bei Apple: man ist halt einfach ein milliardenschwerer Konzern geworden, und schon lange ist die “andere” Geisteshaltung nur noch in den Marketingsprüchen zu finden.
Daß der gut verschweißte entstandene proprietäre “Käfig” ein ziemlich goldener und hübscher ist, hat lange die Insassen ruhig gehalten. Und im Gegensatz zu anderen proprietären Käfigen funktionieren hier ja wenigstens die Dinge und sehen noch dazu schön aus.
Aber wie lange man - auch mit Blick auf die in letzter Zeit nicht mehr spektakuläre Qualitätssicherung - noch die Community an der Mitwirkung hindern kann und will, sollte man sich in Cupertino ruhig mal überlegen.
Apple hat durch die Öffnung hin zum Mainstream (iPods, iTunes, iPhone, iEverything, etc….) und den Wechsel auf Intel-Prozessoren viel von seiner Exklusivität aufgegeben. Das ist durchaus nicht nur negativ zu sehen. Aber man hat wohl noch nicht begriffen, daß damit auch eine verstärkte Transparenz und Öffnung für Ansätze aus der OpenSource-Welt einhergehen muß, bei den Macs, bei OS X, und bei anderen Produkten erst recht. Sonst kann man sich diesen massiven Wachstumskurs und die zunehmende “Verzettelung”, die von Qualitätsproblemen begleitet wird, nicht mehr lange leisten - oder wird zu einem Wolpertinger aus Microsoft und Dell. Oder Schlimmeres. Will man ja wohl hoffentlich vermeiden.
Die Fangemeinde wäre mehr als willig, Apple dabei zu unterstützen. Aber nicht, wenn man ihnen derartig in die Eier tritt.
Wenn das nächste Firmware-Update beim iPhone nicht massiv anders aussieht, wird mein Popelshop mit Sicherheit nicht der einzige sein, der sich zur iPhone-freien Zone erklärt.
Dann heißt es leider: “Think different. Buy OpenMoko.”
P.S.: Gut in diesen Kontext paßt auch Apple’s arrogante Nicht-Reaktion auf tausende trauriger und erboster Jünger, die das Fehlen der Apfeltaste auf den neuen Tastaturen moniert hatten. Nicht einmal ein “Verpißt Euch, Ihr kleinen Spinner.” war drin. Nur Schweigen. Das Mutterschiff hat abgehoben.
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