17. Januar 2008

MacBook Air - mobil ohne Kompromisse

MacBook in der Post…

Als Steve Jobs “sein” neues Wunderwerk während der Keynote am Dienstag aus einem ordinären Hauspostumschlag hervorzauberte, um die Flachheit des neuesten Mitglieds der MacBook-Familie zu demonstrieren, mußte ich (gerade angesichts des sonstigen sehr gekonnten Verpackungsfetischismus in Cupertino) breit grinsen… richtig niedlich.

Während die “Fachpresse” nun heftig über Zehntelmillimetern onaniert und streitet, ob Apple beim MacBook Air vom “flachsten Notebook der Welt” reden darf, interessiert mich mehr, wofür das Teil gut ist. Denn schön genug, um den “Haben-wollen”-Reflex auszulösen, ist es allemal… *leider* ;-)

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Die Leistungsdaten sind ordentlich, aber schon beim Erscheinen des Gerätes ist es, was die reine Rechenpower angeht, eher am unteren Ende des Spektrums angesiedelt. Core2Duo mit 2×1,6 bzw. 2×1,8 Ghz, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, die sich nicht erweitern lassen, 80er Platte, integrierte X3100er Intel-Graphikkarte… damit ist das MacBook Air langsamer als alles, was ich aktuell im Laden anbiete…

Ob man diese Leistung immer wirklich braucht (und wer), ist ein anderes Thema, aber ein “Desktop Replacement” ist das MacBook Air ganz sicher nicht. Dafür ist es auch nicht gedacht. Es ist ein kompromißlos mobiler Zweit- oder Drittrechner.

Die ideale Rechnersammlung sieht aus meiner Sicht momentan so aus: iMac 24″ als Haupt-Arbeitsrechner. MacBook Air als Mobilrechner. Und ein schnelles Windows-Notebook (z.B. Nexoc Osiris E705 III) zum Spielen und mit Linux in der Zweitpartition…

Wieso MacBook Air, und nicht normales MacBook oder MacBook Pro? Beide sind schneller, haben mehr Anschlüsse (das MacBook Air ist da sehr spartanisch - 1x USB, 1x spezieller Mini-DVI, 1x Kopfhörer, fertitsch.), lassen sich besser erweitern, haben ein optisches Laufwerk (das Air hat kein internes) und zumindest das normale MacBook ist auch noch deutlich günstiger… ???

Ganz einfach: es ist leicht, 1,36 Kilo für ein 13″-Notebook sind sehr freundlich. Es ist schön. Es ist wirklich sauflach (1,94 cm an der dicksten Stelle, 0,4 an der dünnsten…). Es hat trotzdem locker genug Leistung für das, was man gewöhnlich unterwegs so macht (Schreiben, Mailen, Surfen, bissl Graphik, Webseiten pflegen, etc.).

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Es hat eine vernünftige Fullsize-Tastatur, nicht diese Fingerkrümmer wie sonst in Subnotebooks üblich. Die übrigens auch noch beleuchtet ist. Nein, nicht eine LED, die von oben drauffunzelt, sondern ordentlich hintergrundbeleuchtet, sobald es finster wird im Umfeld.

Es hat ein 13,3″ Display, das, wenn man ersten Berichten trauen darf, schweinehell und sehr scharf sein soll, dabei übrigens auch noch quasi schadstofffrei und mit stromsparender LED-Beleuchtung. Also keinen 10 oder 11 oder 12″-Augenzusammenzwicker. Und die Webcam ist auch schon drin - im oberen Displayrand, kaum wahrnehmbar.

Es hat eine Akkulaufzeit von rund 5 Stunden. Es hat OS X Leopard drauf - und schon deshalb braucht man es mit keinem Sony oder dergleichen zu vergleichen… ;-)

Es hat alles, was es aktuell an Wireless-Technik gibt, drin - WLAN mit AGN, Bluetooth, you name it. Damit entfällt auch das Gezeter bezüglich der wenigen Anschlüsse. WENN ich an so ein Gerät Peripherie dranhänge, dann eben drahtlos - oder ich muß halt einen USB-Hub anschließen, und gut is.

Ich sehe die fehlenden Anschlüsse sogar als Vorteil: diese Staub- und Schmierfänger, diese meist ohnehin nur von der Plastik-Platzhalterkarte verstopften whatever-Card-Slots… braucht mein MOBILrechner nicht. Echt nich… Und die drei vorhandenen verschwinden beim Air auch noch dezent hinter ihrer Alutür, wenn sie nicht gebraucht werden. So gehört sich das.

Das nicht vorhandene CD/DVD-Laufwerk finde ich ebenfalls verschmerzbar. Das meiste geht eh über’s Netz, und das baut Apple beim Air systematisch aus. Braucht man doch mal ein Laufwerk, kann man entweder eines über USB dranhängen (ein passendes hübsches gibts für 99 extra), oder - cooles neues Feature - man kann einfach mit einem kleinen Zusatzprogramm das Laufwerk eines vorhandenen PCs oder Macs im Netzwerk “borgen”.

Persönlich finde ich drei Dinge störend: der Arbeitsspeicher sollte sich auf 4 Gig hochrüsten lassen. Die Festplatte ist mir etwas knapp bemessen. Und ich finde den fest verbauten Akku grenzwertig. Millionen iPods machen zwar vor, daß man gut jahrelang damit leben kann, aber WENN mal was dran ist oder wenn man unterwegs doch mal länger abseits von Steckdosen und Solarpanels werkeln muß und gerne den frisch geladenen Zweitakku einstöpseln würde - Pustekuchen. Auswechseln geht nur, wenn man das Gerät zu Apple schickt…

But, there is one more thing: für mich der größte Ohrenaufsteller beim MacBook Air ist das neue Touchpad. Ich bin bislang ein Touchpad-Hasser. Das erste, was ich an ein Notebook anschließe, ist eine ordentliche Maus. Aber was da im Air verbaut wird, weckt meine Neugier. Denn die Funktion (und die Größe) dieses Touchpads lehnt sich an die MultiTouch-Technologie aus iPhone und iPod-Touch an. Es gibt “Gesten” (z.B. kann ich ein Photo beim Betrachten einfach mit zwei Fingern drehen, oder mit drei Fingern durch meine Photosammlung oder meine iTunes-Alben hin- und her”wischen”, oder mit zwei Fingern in Webseiten hinein- und auch wieder hinauszoomen), und das ist endlich ein Schritt zu Computern, die so funktionieren, wie man es sich denkt…

Ach ja: das ästhetisch einwandfreie Handschmeichler-Gehäuse aus anodisiertem Aluminium ist natürlich auch nicht zu verachten.

Sobald das Air ausgeliefert wird, werde ich zusehen, daß ich eines in die Finger bekomme, und es bei Gefallen dann höchstwahrscheinlich hier im Laden anbieten, der Preis inkl. meines Test- und Konfigurations-Services dürfte bei 1899 für die Basisversion liegen, das Top-Modell mit schnellerem Prozessor und stromsparender mechanikfreier SolidStateDisk (SSD) mit 64GB liegt dann deutlich im schmerzhaften Bereich jenseits der 2000er Marke. Aber wir heißt es so schön: wer schön, leicht und schnell sein will, muß leiden… ;-)
Ungeduldige & Geizige ;-) können es natürlich auch direkt im Apple Store bestellen: Hier gibts das neue MacBook Air und selbst testen und konfigurieren.

Den Rest der Ankündigungen vom Dienstag fand ich persönlich weniger spannend, auch wenn manchem angesichts des neuen Filmverleihs über iTunes das Herz hüpfen dürfte… Vermißt habe ich ein wirkliches Update für das iPhone (das damit für mich immer noch uninteressant ist) und die Gerüchte um einen Apple-PDA von doppelter iPhone-Größe, der endlich Palm und Windows-Mobile-Rechnerchen an die Wand nageln würde, wo sie hingehören, gabs auch nicht…. buhuhuu…

Interessant ist allerdings noch etwas, was es zwar längst gibt, aber nicht in Apple-typischer Ästhetik und einfacher Benutzbarkeit: die Timecapsule verbindet das neue automatische Backup-Konzept von OS X Leopard mit einem in einen WLAN-Router fest verbauten hochwertigen Festplattenlaufwerk von 500 GB oder 1 TB. Also drahtloses automatisches Backup für alle Macs im Hause mit einem kleinen, schicken WLAN-Router. Pretty cool. Indeed. Für 299 bzw. 499 Euroim Applestore bereits zu haben. Ein Muß für alle Backup-Muffel… ;-)

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